Wasserkongress 2024 in Cottbus

Wasserkongress 2024 in Cottbus: Entscheidungen müssen JETZT getroffen werden!

 

Am 09. und 10. April 2024 fand in Cottbus der “Wasserkongress 2024” statt. Bemerkenswert und neu im Vorfeld: Impulsgeber und Veranstalter waren die Industrie- und Handelskammern Brandenburgs und Berlins (IHK), der Verein Berliner Kaufleute und Industrieller e.V. (VBKI) sowie die Landesgruppe Berlin des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU).

Wasserressourcenmanagement für die Zukunft kann nur gemeinsam von Aufgabenträgern, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik gelingen. Und der Kongress zeigte, diese Botschaft ist dringlich und bei allen Beteiligten angekommen.

Tag 1

Die Zwei –Tage Veranstaltung war gelungen strukturiert. Tag eins – unmittelbare Inaugenscheinnahme des Lausitzer Wassermanagements unter den Bedingungen des Ausstiegs aus der Braunkohleförderung bis 2038. Die Besichtigung der Grubenwasserreinigungsanlage (GWRA) in Rainitza verdeutlichte, mit welchem beträchtlichen technischen und finanziellen Aufwand das bergbaubürtige Grundwasser gereinigt und in die neu entstehende Seenlandschaft der Lausitz eingeleitet wird. Der sich anschließende Besuch des Brückenfeldes Sedlitz ließ uns spürbar nachvollziehen, wie mittels gezielter, im Prüffeld erprobter Sprengungen, Bodenverdichtungen vorgenommen werden. Eine noch relativ junge und wirkungsvolle Bergbaufolgetechnologie zur Stabilitätssicherung von Böden in der neu entstehenden Seenregion.

Das Highlight des ersten Kongresstages war die Besichtigung der Flutungszentrale Lausitz der LMBV.
Die länderübergreifende Berechnung und Steuerung von Wasserströmen in Richtung wie des Geierswalder-, Partwitzer- oder Sedlitzer Sees oder auch der Schwarzen Elstersind eine tägliche ingenieurtechnische Meisterleistung. Deren Nachvollziehen über die Bildschirme in der Steuerungswarte zeigte uns ein funktionsfähiges Tool auch für das künftige Wasserressourcenmanagement nicht nur für die Lausitz, sondern mit Schlüsselbedeutung für den Spreewald und die Metropolenregion. Herzlichen Dank nochmals für die professionelle und freundliche Führung der LMBV an diesem ersten Kongresstag!

Tag 2

Der zweite Kongresstag war ein guter Mix aus Vorträgen, Diskussionen, Pitches (dt.: kurze Ideenpräsentationen, mit dem Ziel, Investoren zu gewinnen) und Podiumsgesprächen. Im hinteren Bereich des Veranstaltungsraumes war genügend Platz für innovative Fachfirmen, um ihre Leistungen zu präsentieren.
Die mehr als 170 Teilnehmer folgten den Vorträgen zu “Wasserbezogene Risiken des Klimawandels im Raum Berlin-Brandenburg" (Prof Ulbrich, Institut f. Meteorologie FU Berlin), “Wieviel Wasser braucht Berlin - Eine Zukunftsstrategie für die wachsende Stadt Berlin” (G. Mauer, Berliner Wasserbetriebe) und “Herausforderungen eines nachhaltigen Wasser- und Abwassermanagements” (J. Vater, BAFS Schwarzheide GmbH) mit gespannter und kritischer Aufmerksamkeit. Nicht nur auflockernd, sondern Interesse und Achtung schaffend, wirkten die zwischen den Vorträgen platzierten Pitches: Innovatives Niederschlagsmanagement (T. Uhrig Wertical –Vertical Water Soplutions), Wasserqualität sichtbar machen und verbessern- Echtzeitdatenmanagement zur Optimierung industrieller Wasserbehandlung (Dr. S. Stolzenberg, Water Genics GmbH), sowie Spurenstoffentfernung und Wasserwiederverwendung in der Industrie; Geogene Versalzung - Früherkennung gefährdeter Brunnen und Quantifizierung des Hydraulischen Entlastungspotenzials (U. Miehe, Kompetenzzentrum Wasser Berlin gGmbH).

Den Veranstaltungsnachmittag bestimmte der Meinungsaustausch in vier Foren:

  1. Wasser bewegt – Herausforderungen für zukunftsfeste Industrie- und Gewerbestandorte
  1. Wasser besser verteilen – Welche Wasserinfrastruktur brauchen wir?
  1. Nutzungskonkurrenzen vermeiden, Knappheiten entgegenwirken, Quantität und Qualität sichern
  1. Die Zukunft der Wasserkraft in Brandenburg - umweltschonende Energieversorgung im Spiegel staatlicher Bürokratie (organisiert durch ETI Brandenburgische Energie Technologie Initiative)

 

Die Diskussion in den Foren erhitzte gewiss die Gemüter, waren doch entscheidende Fragen zur Zukunft von Wasser, Mensch, Natur, Wirtschaft und politischer Regulierung des Ganzen in der Region Brandenburg-Berlin berührt.  Die Foren hatten nicht den Anspruch und die Möglichkeit, benannte Probleme zu lösen. Allerdings wurde Konsens erzielt, Lösungsrichtungen aufzuzeigen und die Dringlichkeit des erforderlichen Handelns herauszustellen. Um dies hier im Einzelnen wieder zu geben, ist nicht der Raum.

Zu den zusammenfassenden Ergebnissen der Foren, den Vortragsbeiträgen und den Pitches sei dieser Link empfohlen:

www.cloud-ihk-cottbus.de/web/Cloud/Default.aspxI=4wp%2b1bHPPQfaQZdFBM%2f20w%3d%3d

Podiumsdiskussion

Die abschließende Podiumsdiskussion zum Thema: "Wasser als Standortfaktor/ Länderübergreifende Zusammenarbeit" führte nicht nur namhafte Vertreter aus Wirtschaft und Politik Brandenburgs und Berlins sowie des Wasserclusters Lausitz, zusammen:

  • Frauke Bathe, Referatsleiterin Wasserwirtschaft, Wasserrecht, Geologie, Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt in Berlin
  • Dr.-Ing. Klaus Freytag, Beauftragter des Ministerpräsidenten Brandenburg für die Lausitz
  • Jens Vater, Head of Infrastructure, BASF Schwarzheide GmbH
  • Alexandra Decker, Mitglied des Vorstands der CEMEX Deutschland AG
  • Harald Jahnke, Vorsitzender der VKU-Landesgruppe Berlin-Brandenburg und Geschäftsführer der Stadtwerke Prenzlau GmbH
  • Ingolf Arnold, 1. Vorsitzender des Wasser Cluster Lausitz e.V.

Das Thema des Abschlusspodiums hätte auch mit einem doppelten Ausrufezeichen versehen sein können, als Resümee und Handlungsaufruf zum sofortigen Tun, gemäß der insbesondere in den Foren festgehaltenen Positionen. Das gilt insbesondere für das Handeln der Politik (Brandenburgs und Berlins).

Fazit

Ein kurzes Fazit des “Wasserkongresses 2024” aus persönlicher Teilnehmerperspektive und Bezugnahme auf die Foren:

1. Wasserwirtschaftliche Maßnahmen haben einen großen zeitlichen Vorlauf, zahlreiche Studien, Zukunfts– Modelle, Bewertungstools u.v.a.m. liegen vor, daher ist es JETZT geboten, Entscheidungen zu treffen, es bleibt kaum Zeit

2. Parallel zum Entscheidungs- und Handlungsgebot steht allerdings die Bewertung der vorliegenden Studien und Modelle insbesondere im Hinblick auf deren finanzielle Auswirkungen zum Teil noch aus und muss dringend erfolgen. Das schließt auch die weitere Ermittlung und Verifizierung von Grundlagendaten ein.

3. Wasserressourcenmanagement muss zwingend auch den Focus auf die künftige Bewältigung und Regulierung der Abwasserströme richten

4. Neben Gewährleistung der Trinkwasserversorgung bilden die Deckung des Brauchwasserbedarfs und die Bewältigung des damit zusammenhängenden Abwasseranfalls entscheidende Standortfaktoren

5. Selbstzufriedenheit bei der länderübergreifenden Zusammenarbeit ist fehl am Platze. Ein Mehr an Mut zum gemeinsamen Problemlösen und Entscheidungstreffen sind geboten. Das schließt ein, das Tempo bei der Problemlösung und Entscheidungsfindung zu erhöhen, ohne die Solidität der Arbeit zu mindern

 

Dr. Lutz Müller

Aktuelles

Kontakt

Brandenburgische Wasserakademie (BWA) e. V.
Blumenstraße 54
15711 Königs Wusterhausen

Telefon: +49 (0)3375 - 2568 333

Telefax: +49 (0)3375 - 2568 826

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